Ich gehörte nie zu den Schülern, die sich oft meldeten. Das überließ ich stets “den anderen”. Die Anderen, das waren diejenigen, die sich bei jeder Frage meldeten. Aber wirklich bei jeder Frage und eigentlich bei jedem Lehrer, in jedem Fach zu jeder Uhrzeit. Ich habe diese Leute bis heute – auch einige Jahre nach meiner Schulzeit – nicht verstanden.
Interessanterweise fingen die meisten Meldungen dann immer so an: “Ich weiß ja auch nicht, aber eigentlich ist das doch nicht so gut/ gut ….”. Eigentlich fehlte es den Meldungen an jeder Aussagekraft. Ich bewundere meine Lehrer für die Tatsache, dass diese aufmunternd und nickend sich soetwas anhörten bis heute. Ich für meinen Teil stellte mir immer bei solchen Meldungen vor, was wäre, wenn die ursprüngliche Frage einen ganz absurden Kontext gehabt hätte.
“Was haltet ihr eigentlich von Vanille-Pudding statt Schokoladen-Pudding?”, hätte eine dieser Fragen des Lehrers sein müssen. Die Antwort “Ich weiß ja auch nicht, aber das ist irgendwie nicht so gut” hätte dann fast Sinn gemacht. Wobei, ich mag lieber Vanille-Pudding. Aber egal.
Wie man sich auf Teufel-komm-raus bei jedem Unterricht dermaßen stark beteiligen will – ohne eigentlich etwas sagen zu können, ist für mich nach wie vor nicht nachzuvollziehen.
Vielleicht war ich aber auch einfach nur zu schüchtern – oder ich hatte zu sehr das Bedürfnis mich von anderen abzugrenzen. Ich weiß es nicht.
Inzwischen ist Schulzeit vorbei, das Abi quasi in trockenen Tüchern, die eigene Abiturnote hat man mittlerweile selbst vergessen. Quasi, “ich weiß ja auch nicht, aber ich glaube die war ganz akzeptabel, Herr Lehrer”.