Prüfungsanst im Abitur

Wer kurz vor dem Abitur steht und gleichwohl behauptet, keinerlei Prüfungsangst zu empfinden, dürfte es mit der Wahrheit – vorsichtig formuliert – nicht so ganz genau nehmen. Für Manchen hängt von einem entsprechenden numerus clausus z.B. ab, ob ohne Wartezeiten direkt das begehrte Studium aufgenommen werden kann oder nicht. Wieder andere kämpfen, was noch weitaus nervenzehrender ist, um das nackte Bestehen. Keine Wunder, dass in dieser Phase Prüfungsangst bis hin zu blanker Panik auftreten kann. Doch wie geht man am besten solchen Phasen der Verängstigung, des Selbstzweifels und der Sorgen um die Zukunft um?

Zunächst einmal sollte man sich keine Sorgen wegen der Sorgen machen und keine Angst vor der Angst haben. Denn dies verleitet dazu, in äußerst unproduktive emotionale Kreisläufe einzutreten, die an einer hängende Schallplatte erinnern und schlechterdings keinerlei funktionalen Wert haben. Auf der anderen Seite lässt sich in der Prüfungsangst auch etwas positives sehen; sie kann nämlich als so genannte „Fluchtmotivation“ den Anreiz für etwas weniger motivierte Zeitgenossen bieten, sich doch auf den Hosenboden zu setzen und Algebra, Prosa oder die französische Revolution im Detail zu studieren. Wenn man die eigene Angst und auch gelegentliche Panik also nicht als feindliche Schädlinge abwehren will, sondern die ohnehin vorhandenen Gefühle bejahend annimmt, ist bereits ein erster und nicht unwesentlicher Schritt zum besseren Umgang mit der Prüfungsangst getan.

Des Weiteren stehen bewährte, oft mit jahrhundertelanger Tradition versehene Methoden und Techniken der Entspannung bereit, um auch den von Prüfungsangst geplagten Abiturienten wieder in die eigene Mitte zu holen und dort zu zentrieren. An vorderster Stelle ist hier neben Meditation (bevorzugt in Form der Konzentrationsmeditation, die – scheinbar paradoxerweise – durchaus sehr entspannend wirkt) auch die Progressive Muskelrelaxation und autogenes Training anzuführen. Auch Yoga oder Tai Chi stellen effektive Methoden zum Stressmanagement dar und sind mitnichten bloße historische Überbleibsel aus einer fremden Welt, die für den heutigen „Westmenschen“ keinerlei Wert mehr hätten.

Im Übrigen gilt freilich, dass die beste Basis für das Bestehen der Klausuren mit der gewünschten Note in erster Linie darin besteht, sich auf den jeweiligen Prüfungsstoff adäquat vorzubereiten. Vielen hat ein System mit Karteikarten und einem Kasten mit sieben Fächern sehr geholfen. Außerdem sollte nach Möglichkeit auch die Klausursituation als solche geübt und damit vorab „praktische Erfahrung“ gesammelt werden. Soweit dies durch die Klausuren in der Schule nicht vollumfänglich bewerkstelligt werden konnte, bieten sich auch Übungs- und Musterklausuren mit Lösungen an. Diese findet man beispielsweise in verschiedenen Abitur-Trainings-Büchern als auch in verschiedenen Lehrbüchern.

2 Gedanken zu „Prüfungsanst im Abitur“

  1. Ich habe die letzten Wochen immer und immer wieder eine Hypnose CD gehört, um einfach mehr Ruhe und Entspannung zu finden. Früher war das ganz furchtbar, hatte immer starke Kopfschmerzen und konnte Nächte lang nicht einschlafen vor Angst und Unbehagen. Die CD ist von Dieter Eisfeld und die fand ich gut, da sie mich vor der Abi-arbeit noch einmal richtig aufgelockert hat und ich dann eher diejenige war, die andere beruhigte.

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