Qual der Schulwahl

Es könnte so einfach sein. Eine Grundschule die vier Jahre lang geht und danach eine weiterführende Schule, die thematisch Schwerpunkte im Sinne des Kindes verfolgt. Während sich in einigen Ländern die weiterführenden Schulen kaum unterscheiden – und lediglich andere Fächerkombinationen und Schwerpunkte setzen – splittet man sich in Deutschland zusätzlich noch in die verschiedenen Schulformen auf. Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Gesamtschule. Sie alle Buhlen eigentlich um Schüler – schließlich gehen die Geburtenraten tendenziell zurück – dennoch scheinen sich Eltern immer wieder die Frage zu stellen, wo das Kind denn gut aufgehoben wäre. Hauptschulen scheinen Prinzip bedingt keine Zukunft mehr zu haben, trotz der ständigen Beteuerungen (pdf!), Hauptschüler seien keine Restschüler. Die Statistik zeigt etwas anderes. Während Gymnasien trotz niedriger Schülerzahlen Schüler dazu gewinnen und auch – regional – Gesamtschulen viele Schüler mehr haben, so sinken die Hauptschul-Schüler-Zahlen in die Bedeutungslosigkeit. Realschulen verlieren ein paar Schüler.

Über die Problematik berichtete ich schon einmal vor ein paar Monaten. Heute las ich wieder einen Artikel über die Wahl der weiterführenden Schule. Dem besagten Artikel zufolge sollen Gesamtschulen zu gleichen Anteilen aus den einzelnen Schülergruppen bestehen. So sollen gleich viele Schüler mit einer Realschul-Empfehlung zur Gesamtschule gehen, wie die Schule Schüler mit einer Hauptschul- oder Gymnasial-Empfehlung aufnehmen wird. Prinzipiell ein löblicher Ansatz. Doch – meiner Erfahrung nach gehen diejenigen eher auf ein Gymnasium, die eine Gymnasial-Empfehlung haben – während diejenigen mit einer Hauptschulempfehlung tendenziell eher eine Gesamtschule besuchen. Sprich – die Gesamtschulen werden, sofern sie nicht sich strikt an die Drittel-Regelung halten, zur inoffiziellen Hauptschule deklariert. Das kann auch nicht auf Dauer funktionieren. Probleme werden nicht gelöst sondern für ein paar Jahre versteckt und aufgeschoben.