Was macht einen guten Lehrer aus?

Fast 13 Jahre lang habe ich nun die Schulbank gedrückt. Eine Antwort auf die Frage fällt mir aber immer noch schwer. Dabei habe ich inzwischen bei unzähligen Lehrern, Referendaren, Schulleitern und anderweitig bemächtigten Unterricht genießen können.

Die Frage die man sich dabei stellen muss, macht ein „guter“ Lehrer auch automatisch guten Unterricht? Ich gehe der Einfachheit halber davon aus, wobei man sicherlich unterscheiden muss zwischen Lehrern die nur bei Überprüfungen einen interessanten Unterricht machen – und zwischen Lehrern die einen konstant – mehr oder weniger – qualitativen Unterricht machen. Es gibt aber auch noch einige Zeitgenossen in den Lehrerreihen die erst gar keinen Unterricht machen.

Gar keinen Unterricht? Ist das nicht überspitzt? Nicht so sehr wie ich es in den letzten Jahren mitbekommen habe. Manche Lehrer sehen sich lediglich als eine Art Moderatoren. Doch wenn in einigen Fächern über Monate fast nur Referate gehalten werden, Filme ohne sichtbares Ende und Zusammenhänge geschaut werden, wir – die Schüler – über Wochen Gruppenarbeiten machen – dann, ja dann frage ich mich worin die Arbeit eines Lehrers noch direkt besteht. Jeder Moderator den man aus dem Fernsehen kennt, bringt die Diskussionen besser ins Rollen, fragt gezielter nach und – der Höhepunkt – erscheint pünktlich auf seinem Platz.

Das hört sich zunächst noch recht hypothetisch an. Doch ich durfte schon ein ganzes Schuljahr über an diversen Projekten (mit-)arbeiten. Die Aufgabe des Lehrers bestand anscheinend nur darin uns ein Thema zu nennen das wir dann in Projekten in Gruppen realisieren sollten. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn man wenigstens während dieser Arbeit betreut würde. Das war nicht der Fall. Uns wurde lediglich ein Thema, die Bearbeitungszeit und ein Abgabedatum genannt. Der Unterricht fiel bis zu dem Ausgabedatum aus – wir sollten doch in den Gruppen arbeiten. Hm. Das sind die Momente in denen sogar ich Herrn Schröder, zumindest teilweise, recht geben. Dieser sagte – so zumindest die einschlägigen Medien, das „Lehrer (…) faule Säcke“ sind. Das trifft nicht immer zu – aber meiner Meinung nach – gar nicht so selten. Ausnahmen sind das gewiss nicht mehr.

Ein guter Lehrer muss also erst einmal unterrichten um ein guter Lehrer zu sein – und da tun sich schon viele Lehrer schwer. Wer es schafft, ohnehin schon kurze Schulstunden, durch seine eigene Verspätung noch zusätzlich zu verkürzen, sollte sich nicht wundern falls der Stoff für seinen Jahrgang scheinbar undurchführbar von dem zeitlichen Rahmen her erscheint.

Doch es gibt auch Lehrer die pünktlich kommen, einen während Gruppenarbeiten unterstützen und dennoch würde ich deren Unterricht auch nicht direkt als „gut“ bezeichnen wollen. Thematisch sollte ein „guter“ Unterricht aufeinander aufbauen und ab und an aus einfachen – lediglich der Wiederholung dienenden – Texten oder Materialien dienen. Das bekommen meiner Meinung nach nur wenige Lehrer geschickt hin, in der Regel sind dies die Lehrer die den Unterricht schon im Vorfeld für mehrere Wochen planen und nicht nur von Stunde-zu-Stunde. Das merken selbst Schüler, gerade wenn man fast 13 Jahre Schulzeit hinter sich hat.

Nicht an Bücher klammern – aber auch diese in den Unterricht einbeziehen. Ich kenne Fächer in denen wir das Schulbuch dieses Schuljahr noch kein einziges mal benutzt haben. Dagegen kann ich anderen Fächern fast Wort für Wort, das was der Lehrer sagt, in meinem Schulbuch verfolgen. Das kann es auch nicht sein. Es muss eine Mittelmaß genutzt werden, die Schulbücher sollten mäßig aber doch ab und an genutzt werden.

Auch sollten Schüler in dem Unterricht nicht abgewürgt werden. Das schafft Frust und demonstriert mangelndes Einfühlungsvermögen. Fachwissen ist halt bei weitem nicht alles. Ein guter Lehrer muss eine wahre Vielzahl an Eigenschaften aufweisen.