Schulschwänzen ist böse

Eltern wollen billig in den Urlaub, Schüler haben keinen Bock auf Schule. Die Ansichten die manchenortens herrschen sind recht einseitig. Die Wahrheit warum viele Schüler mal ein paar Stunden fehlen, oder auch Eltern einfach mal den Urlaub früher einleuten sind vielfältig. Wenn es dabei um eines eher weniger geht – dann sind es bunt bedruckte Geldscheine. Schulschwänzen kann man mit Strafen also vermutlich kaum eindämmen.

Oberstufe
Schüler können sich in aller Regel sobald sie Volljährig sind selbst entschuldigen. Davon wird auch recht häufig Gebrauch von gemacht. Weniger allerdings um die Schule zu schwänzen, sondern um sich wirklich zu entschuldigen. Wer 18 ist hat halt auch einige Verpflichtungen und eigene Sorgen. Da ist schon mal eine Führerscheinprüfung fällig, der nicht verschiebbare Arzttermin, die Musterung, der offene Tag der Universität, das Bewerbungsgespräch. Die Fehlgründe sind vielfältig. Krankheiten soll es angeblich auch noch geben.
Dazu fällt auch in der Oberstufe auch einfach mal Unterricht aus, weil kein Lehrer da ist. Doch wird von den Schülern der Oberstufe nicht selten verlangt in dem Kursraum „gestellte Aufgaben“ zu erledigen. Ob Aufgaben da sind oder nicht ist, dabei egal. Sinn der Aktion: In NRW deklariert man solche Stunden beim Bildungsministerium als stattgefundene Stunden (!). So kann man leicht Statistiken schönen. Wer in solchen Stunden nicht im Kursraum ist – gilt als Schwänzer oder zumindest erst einmal als fehlend.


Eltern die den Urlaub früher einläuten

Hier geht es zunächst einmal wirklich ums Geld. Doch…
Mal ehrlich, in den letzten Tagen – gerade vor den Sommerferien, hält sich der neue Stoff doch arg in Grenzen. Wenn man in fast jedem Fach einen (immerhin) fachbezogenen Film schaut und einer der letzten Tage vor Ferienbeginn, ein Schulsport-Fest ist… Die Materie, die der Schüler verpassen würde – ist doch sehr, sehr überschaubar.
Anders mag es in der Oberstufe aussehen, gerade wenn es nicht um die Sommerferien geht. Doch in dem Alter verreisen Eltern und Schüler nicht mehr so häufig gemeinsam.


Freistunden

Angenommen ein Arbeitgeber schickt einen Arbeiter in eine Zwangspause von drei Stunden – und der Arbeiter soll dann ganz regulär weiterarbeiten, wobei der Arbeitgeber dann schon längst zuhause ist und das Büro eigentlich abgeschlossen werden müsste. Viel anders sieht es in den Schulen auch nicht aus. Doch da gibt es keine Arbeitgeber – sondern teilweise sehr ungünstige Stundenpläne. Wer etwa an einem Tag die ersten paar Stunden hat, dann etwa zwei Zeitstunden freihat und dann wieder für die Bearbeitung gestellter Aufgaben (ohne Lehrer) wiederkommen soll – dürfte mehr als nur verlockt werden zu schwänzen.

Wer 30 Stunden gefehlt hat
ist nicht unbedingt faul, kein Mega-Checker aus Neu-Köln sondern zeigt einfach auf, wie widersinnig das deutsche Schulsystem ist. Einzig und alleine problematisch sind die Stunden die regulär stattfinden und mit dem Argument – bringt doch eh‘ nichts – nicht besucht werden. Das sind aber in aller Regel nicht die meisten.