Kopfnoten – keine Überraschung

Überraschungen gibt es im deutschen Schulsystem höchst selten. Und wenn doch – dann sind es in der Regel keine schönen Überraschungen. So wurden in NRW Kopfnoten wiedereingeführt. Kopfnoten kennt man innerhalb der Landesgrenzen NRWs seit Jahrzehnten nicht mehr. Alle diejenigen die mit den Kopfnoten vertraut sind, werden sich wünschen ohne sie zu leben. Die Kopfnoten beurteilen die Schüler in Kategorien wie „Leistungsbereitschaft“, „Zuverlässigkeit“ und „Selbstständigkeit“. Dinge die sich ohnehin schon zum Teil in den Noten der einzelnen Fachlehrer widerspiegeln. Dazu kommt noch ein umstrittener Bereich „Sozialverhalten“: „Verantwortungsbereitschaft“, „Konfliktverhalten“ und „Kooperationsfähigkeit“. Dinge bei denen Arbeitgebern sicherlich zweimal hinschauen werden. Hat man nun einen gehorsamen Arbeiter vor sich, oder hat man jemanden der sich nicht von seinem Standpunkt abbringen kann. Ich vermute mal, dass letztere Gruppe prinzipiell von einem Großteil aller Betriebe gemieden wird. Nun ist es aber recht schwer die „Verantwortungsbereitschaft“ eines einzelnen Schülers zu bewerten – und so kommen bis auf Extremfälle fast alle mit einem blauen Auge davon. Schließlich haben auch Lehrer kein Interesse daran ihren Schützlingen die Karriere zu verbauen.
Aber da fällt der Landesregierung sicherlich noch etwas ein. Schließlich scheint bei konservativen Politikern zum guten Ton zu hören, auch im Bildungssystem Disziplin und Ordnung zu verteidigen und diese ganzen unmoralischen Jugendlichen zu erziehen. Es scheint nichts über ein einfaches Weltbild zu gehen – und das ist nun wirklich keine Überraschung.