Das mehrgliedrige Schulsystem

Wie sieht es mit dem deutschen – mehrgliedrigen – Schulsystem aus? Ist es in Ordnung das nach der vierten Klasse gesiebt wird, das soziale Herkunft – statistisch gesehen – über den Schulabschluss entscheidet? Oder sollen alle Schüler gemeinsam unterrichtet werden – unabhängig von Leistungsbereitschaft, Kenntnissen und Fähigkeiten?
Ist das deutsche Bildungssystem wirklich so undurchlässig, so auf Schichten fixiert, ein Überbleibsel aus Geschichtsbüchern? Ist die Hauptschule ein Auslaufmodell geworden – oder vielleicht sogar eine Möglichkeit spezielle Personengruppen gezielt zu fördern?

So lässt der „EU-Sozialbericht“ zumindest Zweifel aufkommen. Zwar ist die Studie höchst umstritten und in den Medien ist man sich einig, dass die verwendeten Datensätze ein verzerrtes Bild zeigen. Nichts desto trotz scheint das mehrgliedrige Schulsystem noch nicht ganz auf der Abschussliste zu stehen. Zu recht oder zu unrecht?

Wie dem auch sei – ich bin wie viele andere auch nach meinem Realschulabschluss an ein Gymnasium gewechselt – ohne größere Probleme. Das setzt nur leider einen sogenannten Qualifikationsvermerk (soetwas wie eine Art „Cola Light“ des Numerus clausus) voraus. Diesen bekommen in der Regel etwas weniger als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler – wobei ein nicht unbeträchtlicher Teil der Schülerinnen und Schüler mit Qualifikationsvermerk auch eine Ausbildungsstelle findet, ebenso „verschwindet“ ein Teil an die verschiedenen Berufskollegs. Somit wechselt vermutlich etwas weniger als ein Viertel aller Realschülerinnen und Realschüler nach dem Schulabschluss in die gymnasiale Oberstufe.

Auch in den Medien macht man sich um das Thema Gedanken; wobei das Thema vermutlich eher ein Lückenfüller ist. Schließlich wird es in einem Jahr nicht weniger aktuell sein, die alten Strukturen zu überwinden, als heute – tendenziell eher noch bedeutsamer…

Fortsetzung folgt ;-)…