Sozialstrukturmodelle – Das ‚Unterschichten-Problem‘

Noch ein Teil einer Sowi-Klausur, diesmal ging es um verschiedene Sozialstrukturmodelle. Material Grundlage ist ein Artikel der FAZ, Prekariat statt Unterschicht, von Uta Rasche.

1. Analysieren Sie das im Zeitungsartikel vorgestellte FES-Modell zur Sozialstruktur in Deutschland.

Der Zeitungsartikel Prekariat statt Unterschicht von Uta Rasche, veröffentlicht am 16.10.2006 in der FAZ, beschreibt anhand eines Sozialstrukturmodells die aktuelle Situation in Deutschland. Anlass für den Artikel sei Kurt Becks Aussage, dass Deutschland ein „Unterschichtenproblem“ hätte, wobei er sich auf eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung bezog. Im weiteren Verlauf des Texts werden die Einzelheiten der Studie vorgestellt. Abschließend werden die Aussagen bezüglich des „Unterschichten-Problems“ gesondert hervorgehoben. Die Studie, „Gesellschaft im Reformprozess“, erfasst sowohl vertikale Faktoren (z.B. Einkommen), als auch horizontale Faktoren wie z.B. Einstellungen, Bildung und Wertvorstellungen. Durch diese Faktoren wurde die Gesellschaft in neun Gruppen bzw. Schichten aufgeteilt. Außerdem gibt die Studie Auskunft darüber, wie groß der Anteil der Gruppe in der gesamten Bevölkerung ist. Dabei ergibt sich folgendes Bild:

  1. Leistungsindividualisten (11%)
  2. Etablierte Bildungsträger (15%)
  3. Kritische Bildungselite (9%)
  4. Engagierte Bürgertum (10%)
  5. Zufriedene Aufsteiger (13%)
  6. Bedrohte Arbeitnehmermitte (16%)
  7. Selbstgenügsame Traditionalsiten (11%)
  8. Autoritätsorientierte Geringqualifizierte (7%)
  9. Prekariat (8%)

Den einzelnen Schichten/Gruppen werden unter anderem durch den beruflichen Erfolg und die Aufstiegschancen bzw. durch den beruflichen Misserfolg und den Abstieg charakterisiert. Größte Gruppe ist die bedrohte Arbeitnehmermitte, die Angst vor dem sozialen Abstieg habe, so der Autor der Studie Frank Karl. Der letzte Abschnitt des Artikels widmet sich der Unterschicht.
Diese sei von Perspektivlosigkeit und Arbeitslosigkeit geprägt, bestehe zu einem Großteil aus Männern und hätte ein Nettoeinkommen pro Person nur leicht oberhalb des Sozialhilfesatzes. Ein weiteres Merkmal des Prekariats ist die Einstellung, dass es auch der nachfolgenden Generation nicht besser gehen werde.
Insgesamt, lässt sich sagen, dass die Studie hauptsächlich vertikale Faktoren berücksichtigt, horizontale Merkmale wie Religion etc. werden nicht oder nur zum Teil berücksichtigt. Bei der Studie wird von der sekundären Einkommensverteilung ausgegangen.