Quartalsende

Freitag war mal wieder das „Schul-Quartalsende“. Das heißt, man bekommt um das Datum herum seine mündlichen Noten von den Lehrern mitgeteilt. Endlose Diskussionen, beleidigte Schüler, genervte Lehrer und allgemeiner Missmut sind die Folge. Da geht schnell mal eine ganze Schul-Stunde für drauf, nicht selten sogar mehr.

Was bringts?
Meiner Meinung nach nicht viel. Die Noten werden von einem großem‘ Teil der Lehrer recht kurzfristig vor dem Termin erstellt. Das geben die Lehrer sogar zum Teil zu. Dadurch „Saison-Arbeiter“ werden im Gegensatz zu denjenigen die konstante Leistungen bringen bevorteilt. Nun gibt es natürlich auch unter den Lehrern einige, die sich wirklich Gedanken um die Notengebung machen. Nur hab‘ ich inzwischen ein ungutes Gefühl.
Wie unterscheidet man die Leistungen, die man für 12 Punkte bringen muss, was muss man dafür bei 13 Punkten an Leistung erbringen. Wie viel zählt ein Referat, wie viel ist die Quantität der Beiträge wert? Inwiefern muss auf die Qualität Rücksicht genommen werden? Wie muss die Punktzahl angelegt werden, damit die Beratungslehrer auf ein evtl. Defizit aufmerksam werden?

Wenn einem Lehrer wirklich all‘ dies durch den Kopf bei der Notenvergabe schwirrt, so habe ich vollstes Verständnis für die eine oder andere ungerechtfertigte Note. Schließlich muss fast jeder Lehrer >150 Noten erstellen.

Ich bin dieses mal recht glimpflich davon gekommen. In Spanisch und Mathe habe ich jeweils mehr Punkte bekommen als ich meiner Meinung nach verdient hätte, bei Sowi hatte ich eigentlich mit einem Punkt bis zwei Punkten mehr fest gerechnet. Nunja, gleicht sich insgesamt aus…
Nachdem ich diese Gedanken alle mal wieder aufgeworfen habe, dürfte jedem Arbeitgeber, jedem Schüler und jedem Lehrer klar sein: Noten geben weder den Wissensstand eine Schülers wieder, noch das Engagement, noch die Belastbarkeit oder gar die Begabung.