Lieblingsformulierung

Schön sind immer Texte, in denen sehr gebräuchliche Formulierungen sich nur so aneinanderreihen. Das lässt sich verkraften, schließlich hat man ja auch sonst nichts zu tun.

Umso schöner war es „wenig überdurchschnittlich“ in einem langen, langen Text zu lesen. Solche Passagen bringen einen dann doch zum Schmunzeln. Aha, also „wenig überdurchschnittlich“. Also etwas über dem Durchschnitt, aber nicht wirklich viel. Wenigstens über dem Durchschnitt. Deshalb also „wenig überdurchschnittlich“. Wie schön diese ausgeklügelte Wortwahl erklingt und welch‘ Fragen sie aufwirft.
Was wäre denn dann wenn etwas weit über dem Durchschnitt liegt. Würde man dies dann als „weit überdurchschnittlich“ bezeichnen. Gibt es dann überhaupt noch einen Durchschnitt. Was wäre wenn etwas absolut unter dem Durchschnitt liegt. Würde man es als „wenig unter-überdurchschnittlich“ bezeichnen?

Nächste Woche sind keine außerplanmäßigen Freistunden zu erwarten.