Eigentlich sind die traditionellen Printmedien nicht gut auf Projekte wie Wikipedia zu sprechen. Schnell wurde in den letzten Jahren mal ein entrüsteter Artikel in den Zeitungen und Magazinen veröffentlicht, das Wikipedia ja nur eine Zusammenstellung von mehr oder weniger etablierten Medien sei. Keine eigenen Inhalte und wenn da etwas steht, dann muss es auch nicht unbedingt stimmen, so der Ton einiger Printmedien.
Umso erstaunlicher musste ich bei einer Seite eines recht aktuellen Schulbuchs feststellen, dass es in der Aufgabenstellung gleich drei Verweise zur Wikipedia gibt:

(…)
Stellen Sie heraus, was Ihnen dabei besonders auffält.
Nähere Informationen zur „Globalisierungskritik“ finden sie unter der Internetadresse http://de.wikipedia.org/wiki/Globalisierungskritik
(…)
Bedenken Sie, dass es sich um ein theoretisches Modell handelt, das von bestimmten Voraussetzungen ausgeht, die komplexe Wirklichkeit also reduziert, dessen Grundgedanke aber bis heute für bedeutsam gehalten wird (Näheres unter http://de.wikipedia.org/wiki/Komparativer_Kostenvorteil)
(…)
Auf welche Unterschiede bezieht sich die Weiterführung des Ricardo-Modells durch Heckscher und Ohlin (weitere Informationen dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Faktorproportionentheorie)

Wer das Buch Wirtschaft, Gesellschaft, Politik (Band II) aus dem Schöningh Verlag besitzt kann sich selbst auf Seite 348 davon überzeugen.

Insgesamt sind auch im weiteren Verlauf des Buchs viele Links zu finden. Was eigentlich schon erstaunlich ist, sonst findet man in Schulbüchern nur Verweise zu Büchern die ohnehin nicht mehr erhältlich sind und wenn doch, kosten diese ein kleines Vermögen. Ob sich die Verleger aber die Mühe machen werden und bei der nächsten Auflage die Links aktualisieren und gegebenenfalls zu korrigieren, wage ich mal zu bezweifeln. Das wäre nämlich dann wirklich ein großer Fortschritt.