Blogparade – Schulbücher

Es gibt Bücher und es gibt Schulbücher. So kommt es mir zumindest als Schüler vor. Da wären zum einen die Krimis und Sciencefiction-Romane die man zu Hause liest: Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Man trennt sich nur ungern von seinem Buch – man durchlebt es fast.

Der Gegensatz dazu sind die Schulbücher. Angefangen von unmenschlich schweren Büchern (mein Deutsch-Buch bringt es alleine auf 1,4kg!), Büchern die vor Fehlern wimmeln, bis zu einfachen Formelaneinanderreihungen im Mathebuch ist alles vorhanden.
Doch die Probleme in den Schulbüchern gehen weiter als die paar oben genannten Stichpunkte. Deshalb stelle ich hier einige Bücher, die mich auf meinem Weg zum Abitur begleiten vor.

Deutsch: Blickfeld Deutsch (Schöningh)
Dieses Buch ist ein echter Problemfall. 528 Seiten und etwa 1,4kg schwer ist „Blickfeld Deutsch“. Wer dieses Buch in einer Buchhandlung gesehen hat, kann sich vermutlich ungefähr vorstellen, warum dieses Schulbuch nicht praxistauglich ist. Es ist vom Format groß wie ein professioneller Bildband und hat ein Vielfaches an Seiten. Das Buch ist einfach zu schwer und groß um es fast täglich in die Schule mitzunehmen und dort zu verwenden.

Inhaltlich ist dabei das Buch gar nicht so schlecht. Es gibt viele Quellentexte, Querverweise und am Rand kurze Hintergrundinformationen. Das ist auch alles grafisch noch recht aufgearbeitet. Allerdings passt das Buch inhaltlich nicht ganz zu den Zentralabiturvorgaben NRWs. So bleibt das Buch daheim und wird nur in Ausnahmefällen aufgeschlagen.

Englisch: New Context, Ausgabe B (Cornelsen)
BEST EUROPEAN SHOOLBOOKS – 2006, prangt auf dem Umschlag des „New Context“-Buches. Vor mir liegt das Buch sogar in der Bayern-Ausgabe, da diese doch so sinnvolle Ergänzungen enthalten würde, so unsere Lehrer vor etwa 18 Monaten. Inzwischen wurde das Buch zwar ein paar Mal auch im Unterricht eingesetzt, insgesamt allerdings recht wenig. Schuld: Die Unterschiede zwischen Lehrplan und dem Inhalt des Buches. Von 12 Kapiteln sind etwa 4 Kapitel thematisch mit den Plänen des Zentralabiturs stark verknüpft. Im Rest gibt es zwar viele Parallelen, gute Abstimmung sieht allerdings auch anders aus.
Inhaltlich ist das Buch auch zum „Meinungsbilden“ ganz nett zum durchblättern. Die Skills-Pages geben Tipps für Klausuren und das Schreiben von freien Texten. Recht gelungen. Doch die Aufgaben zu den einzelnen Texten schießen für meinen Geschmack etwas übers Ziel hinaus. Da soll zuerst Sachverhalt A untersucht werden, dann Sachverhalt B und schließlich Sachverhalt C des Textes. Das hätte man mühelos in einer Aufgabe zusammenfassen können. Vermutlich würde sich die Beantwortung der einzelnen Fragen weniger geschlossen und sinnvoll anhören als die eines längeren, freieren Textes.

Sozialwissenschaften: Wirtschaft, Gesellschaft, Politik (Schöningh)
Das Buch besteht hauptsächlich aus Quellentexten und ist dementsprechend zerstückelt. Immerhin es gibt auch Quellenmaterial aus bekannten und etablierten Medien. Zur Bearbeitung der Aufgaben, sollen Schüler jedoch lieber Wikipedia zu rate ziehen. Das wäre auch prinzipiell in Ordnung, wenn die entsprechenden Wikipedia-Artikel gut oder gar herrausragend sind. Das ist allerdings nicht der Fall. Oftmals hat man den Eindruck nur zu einer Wikipedia-Seite geschickt worden zu seien, weil man schnell mit der Erstellung der Arbeitsaufträge fertig werden wollte. Geeignetes Quellenmaterial zu finden kostet anscheinend zu viel Zeit.

Deutsch: Kassandra – Christa Wolf
Momentan lesen wir im Deutschunterricht Christa Wolfs Roman „Kassandra“. Thematisch spricht mich der Roman eher weniger an. Das wäre weniger schlimm wenn man sich durch das Buch hangeln könnte. Da es allerdings keine Sinnabschnitte oder gar Kapitel gibt, ist die Aufgabe recht mühselig.

Fazit: Schulbücher sind in der Regel zu wenig auf den Lehrplan abgestimmt, so das einfach viel Ballast mit sich herum getragen wird. Zudem ist Wikipedia den meisten Schülern bekannt. Auch historische Lektüre dürfte nicht zu einer wahren Lesebegeistung in deutschen Schulen führen.

Blogparade: Habt ihr auch eure eigenen Erfahrungen mit schwieriger Lektüre, die ihr nie so recht lesen wolltet? Oder hattet ihr Glück und eure Bücher waren nicht als zu schwer? Oder habt ihr vielleicht sogar durch die Schule einen neuen Lieblingsautor kennen gelernt?
Was denkt ihr, wie sich Schulbücher entwickeln werden?

Schreibt über eure Erfahrungen mit Schullektüre, Schulbüchern. Wie euer Beitrag genau aussieht, ist ganz alleine euch überlassen. Die Fragen sind lediglich Anregungen.

Teilnehmen kann man an der Blogparade bist zum 24.11.2008. Anschließend werden alle Beiträge in einer Auswertung erwähnt und verlinkt.

3 Gedanken zu „Blogparade – Schulbücher“

  1. Ich kann dein Problem aus eigener Erinnerung noch nachvollziehen, aber: wenn Lehrpläne sich aufgrund von eilends hingewuchteten Alibi-Reformen („jedes halbe Jahr eine neue Sau durch’s Dorf treiben“, Zitat aus dem Schulamt) ändern, können Verlagshäuser nicht mithalten. Neue Schulbücher könnten durchaus jedes Schuljahr (immer wieder neue Vorgaben für Bildungsstandards und Zentralabitur) publiziert werden – nur dann müssten Eltern eben auch mal eben so 50 Euro pro Buch/pro Fach/ pro Schuljahr auf den Tisch legen… selbst das sonst mögliche Weitergeben an jüngere Jahrgänge derselben Schule ist dann nicht mehr möglich.

    Also liebe Grundlagenwerke und eigene Ergänzung durch Lehrermaterial bzw. Eigenbeiträge. 🙂

  2. Wir arbeiten kaum mit unseren Schulbüchern, was aber wohl auch daran liegt, dass wir der letzte G9-Jahrgang in Bayern sind. Sonst hätte ich hier sicher mitgemacht, aber zu meinen jetzigen Schulbüchern kann ich nur zwei Sachen sagen:
    1. Sie sind älter als ich – viel älter.
    2. Wir benutzen sie nicht.

    …das trifft jetzt nicht auf die Formelsammlungen und Lexika zu – aber darüber könnte ich vermutlich auch nichts Interessantes schreiben.

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