Wikipedia – jetzt auch in Schulbüchern
Eigentlich sind die traditionellen Printmedien nicht gut auf Projekte wie Wikipedia zu sprechen. Schnell wurde in den letzten Jahren mal ein entrüsteter Artikel in den Zeitungen und Magazinen veröffentlicht, das Wikipedia ja nur eine Zusammenstellung von mehr oder weniger etablierten Medien sei. Keine eigenen Inhalte und wenn da etwas steht, dann muss es auch nicht unbedingt stimmen, so der Ton einiger Printmedien.
Umso erstaunlicher musste ich bei einer Seite eines recht aktuellen Schulbuchs feststellen, dass es in der Aufgabenstellung gleich drei Verweise zur Wikipedia gibt:
(…)
Stellen Sie heraus, was Ihnen dabei besonders auffält.
Nähere Informationen zur “Globalisierungskritik” finden sie unter der Internetadresse http://de.wikipedia.org/wiki/Globalisierungskritik
(…)
Bedenken Sie, dass es sich um ein theoretisches Modell handelt, das von bestimmten Voraussetzungen ausgeht, die komplexe Wirklichkeit also reduziert, dessen Grundgedanke aber bis heute für bedeutsam gehalten wird (Näheres unter http://de.wikipedia.org/wiki/Komparativer_Kostenvorteil)
(…)
Auf welche Unterschiede bezieht sich die Weiterführung des Ricardo-Modells durch Heckscher und Ohlin (weitere Informationen dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Faktorproportionentheorie)
Wer das Buch Wirtschaft, Gesellschaft, Politik (Band II) aus dem Schöningh Verlag besitzt kann sich selbst auf Seite 348 davon überzeugen.
Insgesamt sind auch im weiteren Verlauf des Buchs viele Links zu finden. Was eigentlich schon erstaunlich ist, sonst findet man in Schulbüchern nur Verweise zu Büchern die ohnehin nicht mehr erhältlich sind und wenn doch, kosten diese ein kleines Vermögen. Ob sich die Verleger aber die Mühe machen werden und bei der nächsten Auflage die Links aktualisieren und gegebenenfalls zu korrigieren, wage ich mal zu bezweifeln. Das wäre nämlich dann wirklich ein großer Fortschritt.
Kategorie: Schulleben 3 Kommentare »
am 28. Dezember 2007 um 15:19 Uhr | #
Finde auch, dass es zeitgemäß ist, in Schulbüchern auf Online-Medien zu verweisen. Sicherlich wird immer ein Zweifel an freieditierbaren Medien wie wikipedia bestehen. Allerdings halte ich die Informationen dort besonders aktuell, da sie immer zeitnah editiert werden. Sollten Fehler in den dort veröffentlichten Artikeln bestehen, werden diese sofort von der dortigen Community berichtigt. Dieses kann man auch in einem Selbstevrsuch testen, in dem man einen Artikel “leicht editiert” und einen Fehler einbaut. Dieser wird in der Regel innerhalb weniger Minuten wieder beseitigt.
am 23. Oktober 2008 um 16:25 Uhr | #
[...] bekannten und etablierten Medien. Zur Bearbeitung der Aufgaben, sollen Schüler jedoch lieber Wikipedia zu rate ziehen. Das wäre auch prinzipiell in Ordnung, wenn die entsprechenden Wikipedia-Artikel gut oder gar [...]
am 26. Februar 2011 um 14:51 Uhr | #
[...] gibt es mittlerweile auch in manchen Schulbüchern (siehe hier). Die Lehrkraft muss also in jedem Falle erklären, wie man Wikipedia nutzen kann. Insgesamt ist es [...]